Die Welt mit anderen Augen sehen – Infrarotfotografie

Weiter geht es mit der 2. Folge der kleinen Reihe ‚Advent für Fotonerds‘. Heute geht es um das Tema Infrarotfotografie. Passend zum 2. Advent habe ich dazu eine Adventskerze fotografiert.

Links sieht man die Aufnahme im normalen sichtbaren Bereich, rechts daneben die selbe Kerze im nahen Infrarotbereich. Die Infrarot Aufnahme sieht auf den ersten Blick etwas unspektakulär aus, eher wie eine Schwarzweißaufnahme. Was auffällt, ist der helle Farbton der Kerze und dem Tannenzweig. Diese wären bei einer SW Aufnahme sehr viel dunkler. Das ist einer der Effekte die im Infrarotbereich auftreten.

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Für technische Anwendungen bietet sich die Infrarotfotografie an um z.B. Infrarot Bauteile zu durchleuchten oder Infrarot Lcht sichtbar zu machen. Die folgenden Aufnahmen zeigen z.B. einen Infrarot Sensor (Dagu Compound Eye) der aus 4 IR LEDs und 8 Fototransistoren besteht. In der normalen Aufnahme sind die Fototransistoren mit ihrem dunklem Gehäuse zu sehen (je 2 oben, unten, rechts und links). Erst in der Infrarot Aufnahem wird das Gehäuse der Fototransistoren durchsichtig. Man beachte auch, dass manche Farbcodes der Widerstände verschwinden.

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Bild Nachbearbeitung

Die Bilder aus der Kamera haben zunächst einen starken Rotstich, der erst in der Nachbearbeitung verschwindet. Wichtig ist es, die Fotos im RAW Format aufzunehmen, und in der Nachbearbeitung den Weißabgleich vorzunehmen. Eine automatische Tonwertkorrektur ist sinnvoll um den Kontrast anzupassen.
Als nächstes wird der Kanaltausch vom roten und blauen Farbkanal durchgeführt. Das ist wichtig für Naturaufnahmen, damit wird der Himmel wieder blau erscheint. Dazu den Kanalmixer aufrufen:

  • roten Kanal anwählen
  • rot auf 0% blau auf 100% stellen
  • blauen Kanal anwählen
  • rot auf 100% blau auf 0% stellen

Das war es im groben. Feineinstellungen können durchgeführt werden, falls immer noch ein Farbstich besteht.

Kamera Umbau

Für die Infrarot Aufnahme wurde eine umgebaute Canon EOS 350D verwendet. Die Kamera wurde bei Optic Makario auf reinen Infrarot Betrieb umgerüstet. D.h. der Infrarot Sperrfilter wurde entfernt, anstelle dessen ein Tageslichtsperrfilter (700nm) eingebaut und der Kamera Fokus für den Infrarotbetrieb angepasst. Ingesamt hatte der Umbau €335.- gekostet. Nicht gerade ein Schnäppchen, es geht aber auch wesentlich günstiger.

PiNoIR Kamera

Das PiNoIR Kamera Modul für den Raspberry Pi ist eine preiswerte Möglichkeit um in das Thema Infrarotfotografie einzusteigen, und das zu einem Zehntel des Preises für den Umbau einer DSLR, wenn man bereits ein Raspberry Pi Board besitzt. Dafür muss man bei der Bildqualität Abstriche machen.
Die Abbildung unten zeigt links das PiNoIR Modul und rechts daneben das normale Kamera Modul.

Rasperry-Pi-Camera.JPG

Hier sind ein paar Testaufnahmen, die mit dem PiNoIR Modul aufgenommen wurden.

  • 1. Die Aufnahme links oben wurde ohne Filter gemacht.
  • 2- Die Aufnahme rechts oben mit der blauen Filterfolie, die dem PiNoIR Modul beiliegt.
  • 3. Links unten wurde ein unbelichtetes Stück Farbnegativ Film als Filter verwendet.
  • 4. Rechts unten ein Vergleichsbild mit der umgebauten Canon 350D.

Alle Fotos wurden etwas mit Photoshop bearbeitet (Weißabgleich, Rot-Blau Swap). Das Ergebnis ist etwas überrascht. Klarer Sieger ist hier die PiNoIR mit der blauen Filterfolie. Den rosa Farbstich bei Bild 1 und 4 könnte man mit zusätzlichem Aufwand in der Nachbearbeitigung beseitigen. Dieser Schritt entfällt bei Aufnahme 2. Bei Aufnahme 3 mit dem Negativfilm als FIlter fehlen die Farben vollständig. Gerne hätte ich auch noch einen belichteten Farbdiafilm als Filter ausprobiert. Leider habe ich kein Stück belichteten Diafilm gefunden.

Collagen.jpg

Gallerie

Hier ist das komplette Infrarot Album zu finden.

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